Samstag, 26. Dezember 2015

Fazit zum Jahr 2015

Ich bin es wert, dass man sich Zeit nimmt, weil man dies von sich aus will und nicht weil ich drum bettle. 

Ich bin nicht kompliziert, ich bin ein Mensch, der sehr viel durchgemacht hat, jetzt erst recht und dank meines neuen Herrn, seh ich das selbst auch nicht mehr als Makel und frag mich nicht mehr, wer will mich jetzt noch, sondern kann wieder stolz sagen, derjenige kann froh sein, wenn ich ihn mit dem Arsch anguck. 
Jetzt wird auf mich eingegangen, ich mein, WIRKLICH auf mich eingegangen.
Nicht nur geheuchelt.

Ich bin es wert, dass man mir Gehör schenkt. Es wird zugehört, und wenn es Stunden dauert, es wird hingehört und endet nicht irgendwann mit einem sinngemäßen "Schnauze, Schlampe" sondern mit einer Lösung, die beiden gerecht wird. Und sie wird UMGESETZT. Und es wird sich daran gehalten, und zwar von beiden Seiten. 
Cero versucht mich RICHTIG kennenzulernen, und kennt mich jetzt nach einem Monat schon besser als andere nach Jahren. 

Ich bin wieder ohne Einfluss in der Lage mich selbst zu reflektieren. 
Ich habe einige große Fehler gemacht, den  ich habe mir einreden lassen, eine Sub müsse gewisse Opfer bringen, um sich ihrem Herrn würdig zu erweisen, es aushalten nah am Limit geführt zu werden, das sei wahre Hingabe. Vor allem hatte ich mich in Sessions aufgegeben, traute mich nicht mehr, die Ampel zu nutzen oder das Safeword. Weil er es trotzdem, auch wenn es nur drei weitere Schläge waren, überging. Für mich immer ein Nogo! Ein Schock, der tief in mir saß, als er es tat. Und jetzt erst bewusst wurde, dass es mich so tief erschüttert hat. Aber ich habe daraus gelernt. 

Cero nennt dies barbarisch. Auch dass man einer Sub die Möglichkeit nimmt, AV wieder genießen zu lernen, indem man sie erst recht damit straft. Oder ihr das Gefühl gibt, sie tauge höchstens zum Blowjob und müsse sich damit oder was anderem verdienen, ihren Herrn wirklich in sich spüren zu dürfen. 

Ich bin es wert, dass mein Herr mit mir schläft, weil ich ich bin, weil er mich begehrt, weil es auch ihn danach dürstet und ihm kein Zacken aus der Krone bricht, mir das zu zeigen, weil er befürchtet er könnte die Kontrolle verlieren, sondern verliert diese gerne mal in meinen Armen, weil er auch nur ein Mensch ist. Ein sinnlicher Mensch. Und es ist göttlich, diese Seite von einem Herrn, sinnliche Hingabe und dennoch sehr dominante Lust zu erleben. 

NIE MEHR! Nie mehr werde ich das zulassen, dass mich jemand mit seiner Stimmung so manipuliert, mich so lenkt. 
Jetzt darf ich wirklich erfahren, wie es ist, so sein zu dürfen, wie ich bin. Darf mich erklären und es wird nicht als Ausflüchte angekreidet, darf mich wehren und es wird nicht als Egoismus angesehn. 

Ich darf sagen, wie mein Kopfkino aussieht und was ich mir von meinem Herrn wünsche, und er setzt es auch so um, und wir leben den Film gemeinsam und er findet es absolut geil, ist begeistert über die super Ideen.
Ich werde nicht mehr untergebuttert, und wenn er mit seinem starken Charakter doch mal zu weit geht, und es merkt, weil ich anders werde, dann ist er bereit, ohne wenn und aber sich zu entschuldigen. 

Ich bin verletzt worden. Diese Verletzungen haben ihre Narben hinterlassen und ich kann endlich sagen, schau, ich bin die, die du siehst. Mit diesen Macken, bin ich trotzdem und grade deshalb ein besonderer Mensch, denn ich weiß, was es heisst, durch selbst kleine Worte verletzt zu werden. Und die Macken erinnern mich daran, was ich auf keinen Fall noch einmal erleben will.

Ich fühle mich endlich wieder wie ein vollwertiger Mensch und nicht wie ein Schatten eines anderen. 
Ich darf mich gleichberechtigt bewegen, solange ich mich zu benehmen weiß. Und Herrgott, ich darf brav sein. Das liest sich jetzt komisch, ich weiß. Aber jetzt habe ich jemanden, der nicht ständig Fehler sucht oder fast jedes Wort von mir als Frechheit abtut, um sie dann als Grund zu verwenden, seine Launen, mit denen ich nichts zu tun hatte, an mir heraus zu lassen. 
Er nannte es ein Ventil um Druck abbauen. 
Ich habe immer gesagt, dass ich davon nichts halte, ich möchte nicht für anderer Fehler herhalten, für die ich nichts kann. Für mich ist das soziopathisch. Also war es aber dann ein Spießrutenlauf, denn dafür wurde er zu jemanden, der auch die kleinsten Neckereien oder Abweichungen vom von ihm erwarteten Verhaltensmuster ankreidete. 

Aber nun ist das egal. Der Erfolg, wie es jetzt mit Cero läuft, gibt mir recht. 

Und ich genieße es, wieder Freunde zu besuchen, wann ich will, nicht eingesperrt zu sein, mich frei bewegen zu können, wo auch immer ich hinwill. Und es ist schön zu sehen, wie es mich dennoch zu ihm hinzieht, wie er mich fasziniert, sodass ich dann doch lieber bei ihm oder mit ihm unterwegs bin. Zumal er nicht den Anspruch hat, immer besser da zu stehn als andere. Das tut er von ganz allein. Dafür muss man sich nicht das Maul über andere zerreissen. 

Ich genieße es, nicht mehr so abhängig zu sein, auch als Domme meine Erfahrungen machen zu können, Dinge selbst regeln zu können, ohne dass der selbsternannte Superman dazwischen prescht und im Grunde erst recht alles durcheinander bringt. 

Ich habe alte Freunde wieder, neue Freunde, die mir nah sind, und ich auch sagen kann, dass sie mir nah sind, ohne dass gleich jemand vor Eifersucht austickt. 
Ich kann viel lachen, und weine nicht mehr. Was wir an Situationskomik erleben ist göttlich :)) Siehe das zweite Bild unten, ein Schnappschuss einer spontanen Idee, die uns Tränen lachen ließ. 
Das ist sogar meinem Nachwuchs aufgefallen. 

Jetzt kann ich ich sein, meine Freunde, meine Familie, meine Empfindungen, mein Leben, meine Vorlieben, meine Abneigungen, meine Jas, meine Neins, alles zählt wieder.

Ich bin wieder ich. 

Und irgendwann werde ich das auch wieder real haben. Cero steht da leider aus Gründen, die ich verstehe, aber nicht nennen will und darf, nicht zur Debatte. Aber er gibt mir den Glauben zurück, dass das was ich mir erhoffe, irgendwann  auch real geben kann. 
Momentan tut er mir gut. 
Ich bin wieder ich.  
Und das reicht mir fürs erste.