Montag, 27. April 2015

WAAAAAS??

Ernsthaft? Hab ich meinen Blog jetzt echt schon seit November letzten Jahres nichts mehr geschrieben? Das ist mir gerade aufgefallen, als ich bei einer langjährigen..hm..wie nennt man das jetzt...persönlich kennen wir uns ja nun nach wie vor nicht, aber haben schon seit vielen vielen vielen Jahren Kontakt über unsere Blogs und anfänglich Emails, dann Facebook und telefoniert haben wir auch mal miteinander..doch ich würde sie, auch wenn wir es bisher nicht schafften, uns zu treffen, als Freundin bezeichnen.

Ich vernachlässige meinen Blog und damit Euch, meine Leser sträflichst. Das tut mir echt total leid. Aber seit fast einem Jahr (und seitdem vernachlässige ich diesen Blog tatsächlich) geht sehr viel in mir vor und auch in meinem Leben. Und das nicht nur in meiner Beziehung mit meinem Herrn. Da gab's das schon fast zur Gewohnheit gewordene Auf und Ab, dieses eigentlich verhasste On-Off-Ding, das ich bei anderen Paaren schon nicht verstehe und immer belächelt habe. Gut bei uns sind diese Off-Zeiten, gemeint damit die Zeiten, wo mindestens einer (meistens er) sagt, man könnte nicht mehr und man überlege, ob eine Trennung nicht sinnvoller wäre, weil man ja nicht will, dass der andere leidet.

Nun, dazu (und es ist wirklich meist er derjenige, der diese Überlegung immer wieder auftischt) kann ich nur eins sagen. Meine Entscheidung, ob ich mein Geschenk meiner Unterwerfung wieder zurück nehme. Mutet jetzt etwas egoistisch an. Ja. Aber das ist wirklich mein Problem. Ich besitze eben eine besonders hochgradige Leidensfähigkeit. Und er ist es mir für die Dinge, die er bewirkt hat, einfach wert.

Wirkt eventuell auch etwas naiv. Aber noch bin ich der Meinung, dass ich weder so sehr bisher auf die Fresse gefallen bin, dass er es nicht mehr verdienen würde, noch kann ich behaupten, dass ich nicht unschuldig bin an so mancher Situation, wo es ihm einfach sehr viel Kraft geraubt hat, anstatt dass er daraus Kraft ziehen hätte können.

Zwischenzeitlich hab ich auch mindestens einen richtig richtig heftigen Bock geschossen. Und das ging soweit, dass er nicht anders konnte, als entweder sofort alles zu beenden, oder mir einen Denkzettel zu verpassen, der sich mal so richtig gewaschen hatte....
Der Schuss ging dann allerdings seinerseits auch etwas nach hinten los.
Denn er hatte nicht damit gerechnet, dass ich diesen Denkzettel ganz bewusst annahm, nur um ihm zu zeigen, wie tief meine Hingabe und meine Liebe zu ihm tatsächlich geht.


An sich ist zwischen uns alles geklärt, würd ich sagen. Aber manchmal hab ich das Gefühl, dass noch so einiges zwischen uns steht, Missverständnisse, oder Unsicherheiten, wo wir uns einfach noch nicht genug kennen. Wie auch, wenn man sich nur so wenig sieht. Wirklich kennen lernen kann sich ein Paar ja doch nur erst dann, wenn es richtig zusammenlebt, sich im Alltag erlebt, oder zumindest regelmäßig und öfter sieht, als wir es tun.


Was mich zum nächsten Punkt bringt, warum ich seit langem nicht mehr hier geschrieben habe. Denn es liegt ja nicht nur an ihm, dass wir uns gerade im letzten halben Jahr nicht gesehen haben.

Letztes Jahr machte ich ein etwas längeres Orientierungspraktikum in einem Seniorenheim. Ich habe mich dann entschlossen, ein Zertifikat zu machen, sodass ich in der Betreuung dementiell erkrankter Menschen arbeiten kann. Denn schon im Praktikum zeigte sich, dass ich eine Gabe besitze, Menschen einfach zum lächeln zu bringen. Ich scheine wohl eine Art zu haben, die bei den meisten Senioren gut ankommt, egal wie unbeholfen ich teilweise bei meiner Tätigkeit bin, desto mehr schein ich bei meinen Bewohnern zu punkten.

Natürlich bemühe ich mich trotz meiner kurzen "Ausbildungszeit" (insgesamt vier Wochen ganztägiger Unterricht und zwei Wochen Qualifizierungspraktikum) um Professionalität in allem, was mir mein neuer Beruf abverlangt. Doch liegt mir die Spontanität mehr, das flexible auf die Bewohner zugehen, und auf ihre momentane Stimmung Rücksicht nehmend, entsprechend was mit ihnen zu unternehmen, bzw während den 10-min-Aktivierungen entsprechend ihnen was gutes zu tun.

Einerseits würde ich gern auch mal eine eigene Gruppe regelmäßig übernehmen.
Bedeutet, dass dann aus allen Wohnbereichen interessierte Bewohner daran teilnehmen und in der ganz großen Runde was Lustiges, oder zum Nachdenken Anregendes oder die Mobilität Förderndes oder alles zusammen geboten wird. Aber das was ich anbieten würde, was ich mir zutrauen würde, bieten schon andere an, die bei uns ehrenamtlich tätig sind. Wahrscheinlich wäre es aber auch sehr schwierig, dann noch die ganzen Einzelbetreuungen zu schaffen in einer Schicht, wenn man da noch so ne Gruppe anleiten würde.

Seit Anfang dieses Jahres bin ich nun fest in diesem Heim tätig. Und es erfüllt mich vollkommen. Es soll hier nun nicht der Eindruck einer Selbstbeweihräucherung entstehen.
Aber wenn ich sehe, wie sie nur durch einen Griff an ihre Hand beginnen zu lächeln, denn durch eine recht banale sanfte Berührung, erstmal an der Hand, ist bei den richtig schwerst dementen und/oder auch bei den Bettlägerigen, oftmals auch palliativ zu betreuenden Bewohnern, ein sicheres Mittel ihnen Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln und dass sie nicht allein sind.
Und dieses Lächeln, das bedeutet mir so viel. Und wenn dann noch bei jemanden, der kaum noch imstande ist zu reden, oder überhaupt noch eine Antwort zu geben, beim Rausgehen und einem zugegeben schon routinemäßigen "Adé Herr XYZ" ein leises "Adé"
zurückkommt, dann weiß ich, ich tu das Richtige, ich tu was gutes.

Wenn eine schwerstdemente ehemalige Ärztin völlig unruhig durch die Gänge läuft und man stellt durch ihre Artikulation fest, sie möchte irgendwo hin, nicht von irgendwo weg und man sie ganz einfach mal fragt, wo möchten Sie denn hin, Frau Doktor? Und auf die Frage die Antwort kommt:"Meine Patienten warten in der Praxis, ich bin spät dran" Und man drauf erwidert: "Ist ja nicht mehr weit, ich begleite Sie" und sie einen dann für einen Patienten hält und feststellt, dass sie einem was gegen die Halsentzündung (die man selbst gar nicht bemerkt hatte) verschreiben muss und ihr sogar einfällt, welches Medikament und sie einen dann entlässt und danach glücklich und zufrieden auf der Couch, wo man mit ihr saß, einschläft, wohlig und ruhig von einem selbst eingekuschelt in eine Decke, und sie dann tagelang sehr ausgeglichen ist, dann weiß man, das man wieder was sehr wertvolles erreicht hat.

Dann erfüllt das einen auch selbst mit einer Zufriedenheit und einem wohligen Gefühl ähnlich einer Ausgeglichenheit, die kaum vergleichbar ist, mit etwas anderem, sodass man glaubt, sein ganzes Leben lang im vorherigen falschen Beruf wirklich viel zu viel Zeit verschwendet zu haben. Und dieses Gefühl verstärkt sich von Woche zu Woche. Und das was ich zuhause ganz gern mache, ist bei meiner Arbeit eigentlich das, was ich am allerwenigsten leiden kann, denn da geht so viel Zeit für die Bewohner verschütt. Das Dokumentieren in den PC. Aber es muss sein. Denn der Grundsatz des MDK's ist ja leider: "Was nicht dokumentiert ist, hat nicht stattgefunden." Und je mehr man gemacht hat, desto mehr muss man ja auch dokumentieren. Das ist echt ein bescheuerter Teufelskreis. Ich würd am liebsten bis zur letzten Sekunde meiner Schicht bei den Bewohnern, die nicht schlafen wollen nach dem Mittagessen, einfach nur dasitzen und plaudern. Denn man bekommt ja auch so viel von ihnen zurück. Lebensweisheiten noch und nöcher. Eine Umarmung, ein liebevolles Dankeschön, ein strahlendes Gesicht, weil man ihnen geholfen hat, sich gebraucht zu fühlen, weil man sie einfach mal um Rat gefragt hat, oder sich das Häkeln beibringen lassen hat.



Dann sind da noch so viele andere Dinge, die mich beschäftigt haben. Meine Großmutter mütterlicherseits wurde krank, musste operiert werden und starb vor ein paar Wochen. Was uns alle in der Verwandtschaft zutiefst bestürzt hat, auch wenn uns bewusst ist, dass eben eine so alte Frau irgendwann gehen muss. Und so wie sie gestorben ist, war es besser für sie. Hätte sie die Operation überlebt, hätte sie dennoch nicht mehr lange zu leben gehabt. Ohne Operation wäre sie irgendwann erstickt. Wenn man sich das vor Augen hält, kommt man dann doch besser damit klar, dass es so gekommen ist.

Mein prepubertäres Kind beschäftigt grade die eigene Entwicklung und ich muss auch gerade sehr viel für es da sein, weil es großen Gesprächsbedarf hat. Sowohl was die zukünftige weiterführende Schule angeht, als auch bestimmte Themen, die gerade im Sachunterricht angesprochen werden und ich merke mal wieder, dass es mir grade wieder viel zu schnell geht, wie groß es mittlerweile schon ist und ich sehne mich nach dem Baby, das es mal war. Ich erwische mich grade umso mehr dabei, wie ich an das frischgeschlüpfte Baby denke, wie es damals nach 36 Stunden Wehen auf meinen Bauch gelegt wurde und ich dieses absolute Wunschkind endlich in die Arme schließen konnte, wenn dieses 10jährige Kind mit Themen ankommt, zu denen ich momentan noch gar nicht bereit bin, was ich natürlich nicht zeige.

Und das sind jetzt nur mal paar wenige Bespiele, die Probleme mit Spawn in den letzten Monaten, der neue Beruf, der Tod eines total geliebten Menschen und die Entwicklung des eigenen Fleisch und Blutes, was mich so umtreibt. Würde ich weiter aufzählen, wäre ich wohl in drei Tagen noch nicht fertig.

Ich würd so gern so viele andere Dinge noch tun. Vielleicht doch wieder mehr von den schönen Dingen, die mit meinem Herrn passieren erzählen, was Ihr wahrscheinlich am liebsten lesen würdet...ja schon klar :D, vielleicht doch auch mal meine Fantasie spielen lassen und eine Geschichte schreiben. Oder doch tatsächlich mal ein Buch schreiben, in Anlehnung der Gschichten, die ich in SL erlebt habe..auch überlege ich immer wieder, meinen Blog auch wieder etwas mehr auf SL zu konzentrieren oder einen parallelen Blog aufzubauen für SL-Mode, allerdings ohne mir groß Sponsoren zu suchen, denn ich bin da gnadenlos, wenn mir was  nicht gefällt und außerdem wollen die dann meist, dass man Englisch bloggt über ihre Sachen und da hab ich nun wirklich absolut keinen Bock drauf.

Und man sieht: mal wieder steh ich mir total selbst im Weg, mach mir wahrscheinlich viel zu viel Gedanken darum, anstatt einfach loszulegen. Aber auch zum Loslegen fehlt mir einfach momentan die Ruhe. Oder allein schon zum Schreiben an diesem Blog. Oftmals denke ich "uih..das könntest jetzt eigentlich in deinen Blog schreiben" und merke aber gleichzeitig, dass ich irgendwie nicht dazu in der Lage bin, weil ich nicht die nötige Konzentration aufbringen kann.

Genauso geh ich oft in SL zwar online, würd mich gern an so vielen Dingen beteiligen, oder gern viele Freunde und Bekannte dort endlich mal besuchen, aber dann fühl ich mich wieder zu müde dazu. Auch viele Ideen, die mein Herr anspricht, die ich ausführen könnte, eine Party organisieren, oder einen Fotoshoot ala Pirelli-Kalender.
Das einzige was ich in SL in letzter Zeit mal hinbekommen habe, ist meinen Ava jetzt doch mal mit so einem Mesh-Body (für Nicht-SLer: der sieht dann noch etwas realistischer aus, als der Systemkörper des Avatars) ausgestattet habe und mir eine völlig neue Frisur ausgesucht, die zu meiner Überraschung auch meinem Herrn sogar gefällt.


















Mir macht das Knipsen an sich total Spaß, keine Frage, oder organisieren von Parties. Aber irgendwie komm ich nicht weiter als bis zum Brainstorming. Es hapert an der Ausführung. Am Elan, an der Kraft. Vieles was ich tue, ist spontan. Ich habe dann genau in diesem Moment Lust was zu machen und tu das. Morgen kann es sein, hab ich schon wieder keine Lust dazu.

Die Party macht im Grunde grade auch gar keinen Sinn. Denn in SL sind Freundeskreise so schnell passé, wie sie entstanden sind, durch die dort herrschende Schnelllebigkeit. Und mir wegen einer handvoll Leute extra nen DJ anzuheuern, und das Nachbargrundstück teuer dazu zu mieten, seh ich einfach nicht ein. Wäre zwar nicht mein Geld, sondern das meines Herrn, aber auch da seh ich nicht ein, sein hart verdientes Geld für etwas rauszuhauen, was komplett sinnlos erscheint. Da bin ich egoistisch. Nicht wegen dem Geld an sich, weil es dann eher mir zugute kommt. Sondern weil er, um sein Geld zu verdienen, viel arbeitet und wenig Zeit für mich hat. Und in SL ist das auch nicht gerade wenig.

Zumal der einzige gute DJ, den ich kenne, zur Zeit mitsamt seiner RL-wie SL-Frau wie vom Erdboden verschluckt erscheint, gleichzeitig auch jemand wäre, die wir eh hätten einladen wollen...nunja...die Gerüchteküche, warum sie ohne ein Wort wieder alles stehen und liegen lassen haben, brodelt. Antworten bekomme ich keine, wenn ich direkt frage. Andere Leute bis auf eben diese eine Handvoll, sind entweder keine BDSMler und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie sie auf gewisse Verhaltensweisen von uns reagieren würden, oder ich hab mit den Leuten bislang so wenig Kontakt, dass ich nicht glaube, dass sie überhaupt dann erscheinen würden, ok, ich bin wahrscheinlich auch einfach zu schüchtern um da nachzufragen.

Man sieht, mich beschäftigt viel, vor allem im realen Leben und deshalb bleibt da nicht so viel über, um mich um so Dinge, wie eben auch ein Online-Tagebuch, zu kümmern.

Und die Treffen meines Herrn hier aufzuarbeiten, es tut mir leid, aber...irgendwie...ich mag nach wie vor seit letztem Jahr im Mai überhaupt gar nicht so richtig die schönen einzigartigen Momente teilen, genauso wenig, wie ich die Aufreger über ne gewisse Person, mit der wir uns z.b. letztes Jahr zur Boundcon getroffen haben (ein paar von Euch wissen, welche Person ich meine) nicht herausposaunen möchte, weil das Thema mittlerweile abgeschlossen und gegessen ist und ich dieser Person nicht die Genugtuung geben möchte, dass ich ihr überhaupt noch Raum gebe, oder das Gefühl vermitteln möchte, sie sei mit ihren Lügen über Spawn und mich, tatsächlich wert genug, in meinem Blog, wenn auch negativ beurteilt, aufzutauchen.

Nein. Ganz sicher nicht.

Aber ich freue mich über die paar Leute, die ich letztes Jahr auch persönlich kennen lernen durfte und mit denen waren die Treffen einfach unglaublich schön und unterhaltsam und ich freu mich schon drauf, wenn ich sie wiedersehe und wieder knuddeln und busseln kann und ich hoffe, dass ich ein paar Leute, wo schon länger geplant ist, dass ich sie treffe, noch dieses Jahr knuddeln und busseln darf :)

Ich wünsche euch eine gute Zeit.


Übrigens danke an diejenigen, die nach wie vor immer wieder auf meinen Blog gehen. Ich hab hier in der Statistik Besucherzahlen, die zeigen, dass Ihr mir trotz des langen Schweigens treu geblieben seid und ich freue mich sehr darüber und verspreche, sobald ich wieder die Zeit und den Elan finde, zu schreiben, es ganz sicher hier als erstes tun werde. :)