Dienstag, 11. November 2014

Passt Zärtlichkeit und Innigkeit beim Sex nicht zu BDSM?

"Es ist vielleicht keine klassische SM-Beziehung, denn nebenbei erleben wir auch einfach irrsinnig zärtlichen und innigen Sex"

Heute hab ich dieses Statement von einer Sub gelesen. Ich frage mich mal wieder, warum eigentlich Leute automatisch zärtlichen und innigen Sex ausklammern, sobald es um eine BDSM-Beziehung geht?

Ist es tatsächlich erstrebenswert, dass man, kaum lässt man diese BDSM-spezifischen Vorlieben zu, keine Zärtlichkeit, Nähe, Innigkeit, etc. mehr zulässt?

Zugegeben, als ich BDSM so gar nicht ausleben konnte, es mir schrecklich fehlte, konnte ich dieses ganze Blümchen-Sex-Ding absolut nicht mehr ab.
Der Drang, hart und unsensibel, heftig, bis hin zu schmerzhaft gefickt zu werden, machte mich verrückt und machte mich komplett allergisch gegen alles, was auch irgendwie nach allgemeinem STandard "normal" nämlich zärtlich und innig war.

Mag auch sein, dass diejenigen, die wirkliche eine reine Spielbeziehung ohne jeglichen tieferen liebevollen Gefühle haben und alles andere, wie Zärtlichkeit und Innigkeit woanders herbekommen können, innerhalb dieser Spielbeziehung nicht brauchen und somit auch für sie sowas nicht dazugehört.

Aber es gibt doch so viele Subs, die sich, egal in welcher Konstellation ihre Verbindung auch ist, ob jetzt Spielbeziehung, oder Partnerschaft, oder iiirgendwas dazwischen, mehr wünschen, als das Prügel- und Austobobjekt ihres Dom/Herrn zu sein.

Warum rennen so viele dieser irrsinnigen Auffassung hinterher, dass es keine klassische SM-Beziehung ist, wenn man sich mit viel Zärtlichkeit und Innigkeit gegenseitig hingibt?
Warum glauben so viele Doms, sie dürften diese Dinge nicht zulassen?
Warum ist es für sie so schrecklich?
Weil sie Angst davor haben, schwach zu erscheinen, angreifbar und verletzbar werden.

Auch Robert  hatte zeitweise die Befürchtung, dass wenn er diese Dinge zulässt, dass es ihn schwächen könnte indem er mich zu sehr an sich heranlässt. Mit Nähe hatte er es ja lange Zeit nicht so und es ist nach wie vor nicht einfach. Doch hat er mir hierzu erlaubt, wenn ich es wirklich dringend brauche, ihm dies zu signalisieren, was aber seither kaum nötig war.

Aber er hat (hoffentlich) auch gemerkt, seit er es mehr zulässt, seit diese Dinge bei unseren Treffen genauso geschehen, wie das "klassische" BDSM-Szenario, dass ich nicht nur nach wie vor ihm völlig unterworfen bin, sondern noch viel mehr Hingabe und Leidenschaft für ihn empfinde, dass vieles möglich ist, weil ich ihm durch die Zärtlichkeit und Innigkeit und auch durch die Nähe, zu der er immer mehr bereit ist, auch glauben kann, dass er mich liebt.

Natürlich wirkt es ganz besonders geil, wenn er mich packt und mich benutzt, wie es ihm gerade gefällt. Ich liebe es, seinen ungebremsten Willen gegen meinen antreten zu sehn und wie mein Wille dann oft recht schnell aufgibt und sich seinem beugt.
Ich liebe es, wenn er mich hart und unnachgiebig nimmt und mich quält und wie mein Körper auf ihn reagiert und mich regelrecht verrät. Pure Leidenschaft und Ekstase erfasst mich dabei und ich lechze danach. Und tatsächlich quält es mich auch, wenn er es eine Weile nicht tut, oder auch nicht mal ansatzweise seine Lust, seine Sehnsucht, sein Bedürfnis danach kundtut.

Aber genauso liebe ich es und bringt mich ganz genauso um den Verstand, wenn er zärtlich zu mir ist. Wenn er mich streichelt und meinen nach ihm dürstenden Körper zärtlich in seine schützenden Arme nimmt und meinen Körper in Besitz nimmt. Wenn er auf mir liegt, zwischen meinen Beinen und ich ihn tief in mir spüre. Wenn er mir dabei in die Augen sieht, mir seine Nähe schenkt und mich innig und liebevoll betrachtet.

Dann ist es so, als ob er mich wieder in den Himmel hebt, wo er mich Stunden vorher heruntergeschubst hat, wie ein Teufel sich über mich hergemacht hat und vor allem, wenn ich was ausgefressen habe, die süßen und auch bitteren Qualen der Hölle gleichzeitig beschert, mich dann auffängt um dann wieder heilend meine Seele zu berühren und sie wieder sich frei entfalten zu lassen.

Wahre Hingabe braucht in meinen Augen beides. Ein Dom wird, meiner Meinung nach nur dann die volle wahre Hingabe und Unterwerfung einer Sub geschenkt bekommen, wenn er ihr auch alles gibt und sich beides nimmt. Nämlich sowohl die Härte, als auch Sanftheit.

Letzteres auch dafür, damit sie weiß, wofür sie das auch alles hergibt. Wofür sie ihre Seele öffnet. Wofür sie ihren Willen beugt. Wofür sie sich ganz und gar dem Mann hingibt, der sie besitzen möchte.

Es ist wie eine Art Bestätigung, dass sie das richtige tut. Man fühlt sich nichts wert, wenn man nur benutzt wird, aber gar nichts dafür erhält, was man braucht. Man fühlt sich wertlos und geht kaputt, wenn man Raubbau an der eigenen Seele betreibt.

Und es schafft ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit.
Eine sich sicher und geborgen fühlende Sub/Sklavin kann sich so viel tiefer unterwerfen, so viel mehr von sich geben.

Zumindest ist es für mich so.

Und ich bin mir sicher, auch viele anderen Subs und Sklavinnen fühlen genauso. Tief in ihrem Innersten erhoffen sie sich genauso, dass ihr Dom oder Herr das auch zulässt und ihnen diese irrinnig zärtlichen Sex schenkt.

Auch BDSM ist ein Geben und Nehmen.
So wie in jeder Freundschaft oder Beziehung es sein sollte.







Mittwoch, 5. November 2014

Der 2 . 11 .

Da ging er hin, der Tag, dieses eine wichtige Datum, ohne dass es einer von uns beiden erwähnt hat. Er feiert im Grunde eh kein Datum, er feiert ja nicht mal Geburtstag, und doch denkt er seit drei Jahren immer an meinen und gratuliert mir dazu und dieses Jahr gabs auch wieder ein..nein...mehrere Geschenke, wunderschöne Geschenke, dafür.

Aber ich schweife ab...

Dieser eine Tag war der 02.11.2012
Vor zwei Jahren an einem Freitag Abend, hab ich meinen geliebten Herrn in einem Restaurant, ca 25 km von meinem Wohnort entfernt, das erste mal in die Augen geschaut.

Vor zwei Jahren.....an einem 02.11.

Da saß ich ihm gegenüber im Restaurant und dachte mir irgendwann mitten beim Essen: "Ich mag es, wie er mich mustert, wie er versucht seine eigene Nervosität zu überspielen, und diese Mischung aus Dominanz und spitzbübischen Charme. Und ich liebe sein Lachen, das sich real noch viel attraktiver anhört. Und Gott, ich liebe seine Stimme. Und verdammt, diese Hände, ich will sie spüren, ich MUSS sie spüren!" 

Wir hatten ausgemacht, wenn ich auch nur den kleinsten Zweifel hätte, könnte ich einfach in mein Auto steigen und wieder nach Hause fahren. 

Ich wusste, ich werde ihm aufs Hotelzimmer folgen. 

Und ich wusste, heute schenke ich mich diesem Kerl und ich habe nichts zu befürchten.

Und ich wusste, ich bin sowas von fällig.

Und als wir meinen Koffer aus dem Auto geholt und aufs Zimmer gebracht hatten und er es sich nach einem heftigen multiplen Orgasmus am Balkon, bei dem ich das allererste mal in meinem Leben abspritzte, auf dem Sofa bequem machte und ich mich ganz ohne, dass er was dazu sagte, vor ihm auf den Boden kniete und ihm das Halsband reichte, und er es mir anlegte, wusste ich es...

Er ist es.

Dieser Moment war pure Magie. 

Ich kann es nicht anders beschreiben. 
Ich suche immer wieder nach Worten für diesen Moment, für die Gefühle, die in diesem Moment auf mich einprasselten, aber ich finde keine. 
Deshalb bleibe ich immer wieder dabei: 

Es war Magie. Und echt. Ich hatte mir diesen Moment gefühlte Millionen Male vorgestellt, herbeigesehnt, seit ich ihn rein virtuell in Second Life kennengelernt hatte und nun war dieser Moment da. 

Und echt

ER saß leibhaftig vor mir und Tausende von Wünschen, Erwartungen und Sehnsüchten gingen in diesem einem Moment in Erfüllung.

Es war perfekt.

Seitdem habe ich viel mit ihm erlebt. 

Viele Höhen und Tiefen durchlebt. Ich bin sowohl zu meinem persönlich höchsten Zenit meiner schönsten Momente mit einem Mann gelangt, aber auch zu den tiefsten Fegefeuern der Hölle hinab gefallen, wenn es zwischen uns kriselte. 

Und das tat es nicht selten. In beiden Richtungen :)

Aber ich würde jeden einzelnen Kampf um ihn nochmal verfechten, denn egal wie beschwerlich dieser Weg ist, den ich scheinbar gehen muss, er ist mir jeden einzelnen schmerzhaften Schritt wert. 
Er treibt mich in die tiefsten Abgründe meiner Seele und hebt mich dann wieder in die höchsten Wolken meines Daseins als sein Engel :)

Ich liebe ihn mehr, als Worte ausdrücken könnten. 
Und ich bin glücklich, seine Sub zu sein. 
Und ich bin auch stolz, seine Sub zu sein. 
Denn er ist ein Mann, auf den Subbie stolz sein kann, dass er ihr Dom ist.
Und ich würde mich ihm auch heute wieder schenken.

Ich gehöre ihm, meine Seele gehört ihm.

Seit zwei Jahren.