Montag, 27. Januar 2014

Neues Jahr, neue Chancen?

Bevor ich über das letzte Treffen berichte, muss ich erstmal ein paar Dinge im Vorfeld loswerden, damit auch dann der Verlauf und das Wie, Warum und Was klar ist. Denn zwischendurch erklären ist doof, das wird dann wieder viel zu lang :D

Wir hatten heftige Probleme in den letzten Monaten, seit wir uns das letzte mal gesehen hatten. Eigentlich fing es schon vor dem letzten Treffen im Oktober an. Darüber hab ich nichts geschrieben. Nicht weil es da irgendwas gab, was ich nicht erzählen will, sondern weil mir einfach nicht danach war. Ich hatte die letzten Monate keinen Nerv, keine Muse, keine Kraft, keinen Elan. Obwohl es sehr schön war.

Es war wundervoll. Wir haben nicht wirklich eine nennenswerte Session gehabt, ein paar Schläge mit den Gürtel, wegen des Zuspätkommens unseres gemeinsamen Freundes M. Ich habe den Abend, als wir uns mit ihm trafen, sehr genossen, ich freute mich, ihn das erste mal real zu sehen, denn er bedeutet mir als Freund sehr viel und in SL verkörpert er eine Person, die mir nach 7 Jahren SL wohl abgesehen von Herrchen am allernächsten steht und ich echt sehr lieb hab. Er ist einer der wenigsten Menschen in meinem aktuellen Freundeskreis, der mich vielleicht nicht immer versteht, mir immer seine Meinung sagt, auch wenn sie mir nicht immer passt, aber zu mir steht, egal welche Entscheidung ich treffe und das rechne ich ihm hoch an.
Deshalb war es auch total überfällig, ihn endlich mal einfach auch real mal ganz dolle zu drücken und ihm zu beweisen, dass es auch Menschen gibt, die ihn so nehmen wie er ist. 

Das gesamte Treffen war aber eher ruhig, ich hatte meinen Herrn, weil es mir schon irgendwie nicht besonders gut ging, gebeten, etwas nachsichtig zu sein. Dadurch gestattete er mir am ersten abend sogar ne ganze Weile mich auf das Sofa zu kuscheln und meinen Kopf auf seinen Schoß zu legen. So viel Nähe habe ich glaub ich in all der Zeit mit ihm noch nie empfunden.


Aber zurück zum eigentlichen Grund meines Postings.

Mein Herr hatte mit schweren Problemen zu kämpfen, was seine Firma anging. Es war so schlimm, dass wohl jeder Mann, egal ob Dom oder nicht, kaum Augen für was anderes hat und vor allem nicht den Nerv. Hier ging's um seine Existenz.

Was mein Problem dabei war? Dass ich darüber nichts wusste. 
Doch klar, er hatte gesagt, er hat viel Stress. 
Ja. Aber arg viel mehr wusste ich nicht. Und war auch nicht aus ihm heraus zu bekommen.

Fragte ich ihn, wie es ihm geht, wie es läuft, kam immer nur: "sehr viel Stress" na jut, das hat jeder mal dachte ich mir. Aber dass es so schlimm war...hätte ich das gewusst, hätte bei der einen oder anderen Situation doch nochmal anders reagiert.

Was mir aber auch zu schaffen machte:

Ich wusste zwar von Anfang an, dass er eine Partnerin hat. Aber als ich damals nachfragte, erzählte er mir, dass da eigentlich gar nichts mehr sei. Wenn er über sie sprach, kamen über sie Informationen, wo ich dann dachte; ok selbst schuld Mädel. Sie machte ihn runter, wegen seiner Neigungen, nannte ihn nicht selten einen Perversling und dass er mal zum Psychologen gehen solle. Wenn überhaupt, typisch für so ne Beziehung: Blümchensex.

Meine Basis war hier, so dachte ich, geschaffen. Ich ging davon aus, so wie er es auch vermittelte: Da ist nicht mehr viel, es ist nur noch ne Frage der Zeit und die Frau ist Geschichte.

Deshalb, und nur mit dieser Information war es mir möglich, mich mit ihm zu treffen.

Mich hinzugeben, mich zu schenken.

Und dann kamen die nächsten, mich in Sicherheit wiegenden Informationen.

Es dauere zwar, aber er wartet nur drauf, dass einige Weichen gestellt werden können, damit er sich ein Leben mit mir aufbauen kann. Das war Stand der Dinge. So hatte ich das verstanden, aufgefasst, wat auch immer.



Ich bin als Sub ein sehr sensibles Geschöpf das sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr viel Zuspruch und Liebe und ganz viel Nähe braucht, viel Aufmerksamkeit, viel Verständnis und viel, verdammt viel Geduld, und bin froh, wenn ich demjenigen das alles wert bin. 

Ich will gar nicht behaupten, dass er das alles nicht tut. Das wäre unfair. Er tut wirklich alles, wie es ihm auch irgendwie möglich ist und das ist schön. Und Nähe, da hat er definitiv dazugelernt.


Aber es wurde weniger. Weniger Zeit. Er merkte kaum noch auf. Es waren einige Versäumnisse, mir fehlte sein Zuspruch, wenn ich ihn brauchte, ich hoffte immer wieder von Woche zu Woche, dass er mal wieder für mich da ist, so wie es vorher war. Er versäumte es, mir eine Nachricht zu senden, wenn er grad eigentlich sogar dran dachte, weil er es durch seinen so zugeballerten Terminkalender immer wieder auf später verschob und vergaß es dann. Oder er führte eine Regel ein, oder gab mir Anweisungen und merkte dann, wenn ich mich aber schon damit eingefunden hatte und mich daran gewöhnt hatte, dass es ihn noch mehr einschränkt als mich und nahm mir diese schließlich lieb gewonnenen Dinge wieder weg und merkte gar nicht, wie sehr er mir damit was entriss, was er so unbedingt wollte und mir deshalb auch so wichtig geworden war.


Auf der anderen Seite machte ihm natürlich auch Sorgen, dass ich so viel ohne ihn auskommen musste und reagierte teilweise eifer... *räusper* ..sorry..natürlich kontrollsüchtig und nahm immer mehr Einfluss auf meine sozialen Kontakte. Ich seh es ganz ehrlich, und da kann er mir noch aufs Dach springen, als Eifersucht. Er wusste, er hat zu wenig Zeit und im Grunde befürchtete er, dass mir jemand anders mehr davon bieten könnte.

Als ob das alles wäre, was ich brauche.

Ich brauche ihn, weil er immer eine gute Lösung parat hat, wenn ich ein Problem habe, sofern ich die Möglichkeit bekomme, ihm davon zu erzählen.

Ich liebe ihn, weil er ein Mann der Tat ist. Er redet nicht nur lange, sondern wenn er die Möglichkeit sieht, zu handeln, dann tut er es auch und zeigt mir deutlich, wann ich an seinen Grenzen rüttle. Auch dies brauche ich.

Ich vergöttere ihn, weil er aufmerksam genug ist um nie meine Tabus aus dem Blick zu verlieren, auch wenn er in seiner Schusseligkeit, die er an den Tag legt, wenn er zu sehr mit seiner Firma zu tun hat, auch mal etwas arg blind wird für die Bedürfnisse seiner Sub. Diese Sicherheit, dass er niemals meine Tabus angehen würde, ohne mein ok, dass ich ihm da so vertrauen kann, die brauche ich auch sehr.

Ich begehre ihn mit jeder Faser meines Körpers und das ist wirklich heftig, dieses Gefühl. Ich verzehre mich nach ihm, dass ich nie genug bekommen kann von ihm. Und seine Begierde spiegelt sich da sehr deutlich, auch wenn er mich immer wieder ganz schön zappeln lässt. Und das brauche ich sehr, auch wenn ich es nicht gern zugebe :D

Ich verehre ihn, weil er mich so unbedingt beschützen möchte und das auf Teufel komm raus und manchmal auch recht übertrieben tut. Letztendlich brauche ich auch das, wenn es nicht überzogen ist.

Und diese Art und Weise, wie er das alles rüberbringt. Genau so wie er es rüberbringt. Das sorgt dafür, dass ich ihn brauche. Denn keiner war bisher so stark um mich letztendlich so liebevoll führen zu können und doch so hammerfest im Griff zu haben.

Ich bete ihn an, wegen seiner Bildung und seiner hohen Intelligenz. Es tut gut, mal nicht erklären zu müssen, wie die Welt sich dreht, sondern jemanden zu haben, der noch mehr darüber weiß. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich damit meine. Ich brauche es, zu jemandem aufschauen zu können. Und bei ihm kann ich es. Und es gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit.

Das alles ging mir die ganze Zeit durch den Kopf, als ich mich letzte Woche mit der Entscheidung konfrontiert sah, entweder das alles aufzugeben, oder den Weg weiter zu gehen.

Aufgeben stand deshalb im Raum, weil er mir vor ein paar Wochen eröffnet hatte, dass es mit seiner offiziellen Partnerin wieder besser läuft. Sie verhalte sich brav. Wer mich kennt und ein wenig sich einfühlen kann, in meine Situation, wird nachempfinden können, wie es mir bei diesem Satz ging.

Als wir darüber sprachen, auch schon vor diesem Treffen, zerbrach etwas in mir.

Ich hatte schon bemerkt, aber es nicht sehen wollen, dass da irgendwas sich verändert hat, denn sonst hätte er nicht angefangen damit, mir SMS nur noch zu erlauben, wenn es sehr sehr wichtig und dringend sei. Warum sollte ein Mann wohl plötzlich so eine Kehrtwende hinlegen, wenn er nicht noch jemanden daheim hat? Ich ahnte, dass sich da wieder mehr abspielte, ich fragte nach, ich hakte nach, wie es daheim läuft. Das einzige was ich herausfinden konnte, war: Sie ist jetzt ganz brav. Und: Sie würde an sein Handy gehen, wenn er es daheim lässt um zu trainieren. Und das Gespräch war dann jedesmal beendet.

Und es fraß mich innerlich auf. Ich wurde krank immer öfter, letztlich um Weihnachten und Silvester herum, legte ich einen absoluten VirenundBazillenmarathon hin. Er ist natürlich nicht für meine Bazillen und Viren verantwortlich. Aber ich machte und mache ihn auch nach wie vor dafür verantwortlich, dass er mich so allein gelassen hatte, dass ich keine Kraft mehr hatte und fast nur noch am weinen war.

Und er schien nichts davon zu bemerken. Silvester hoffte ich, dass er wieder für mich da sein würde. Aber ich weiß bis heute nicht, was er schließlich unternommen hat, dabei gibts da ein Versprechen von ihm, dass er in der Zeit davor und an dem Tag für mich da sein würde. Als es danach so weiterging, wieder kein richtiger Kontakt, wieder nur dieses Vertrösten und schließlich ein Anschiss, dass er mal seine Ruhe bräuchte, platzte mir wegen der ganzen Vertrösterei und Verzichterei auf ihn, wirklich der Kragen. 

Ich fühlte mich zurückgesetzt. Er hatte sich im Vorjahr komplett anders verhalten. Jetzt fühlte ich mich weggeschubst. Ich war gekränkt. Zutiefst gekränkt.
Dann kam das erste Gespräch, wo wir schon so einiges besprochen hatten. Ich hatte ihm gesagt, dass ich so nicht weiter machen kann. Und ich fragte ihn und forderte ihn auch rigoros auf, mir zu sagen, was nun mit der Frau ist, mit der er, so wie er es früher ausdrückte, noch zusammenlebe.
Und ich bereute diese Frage schon, bevor ich seine erste Reaktion überhaupt richtig wahrgenommen hatte.


Ich möchte hier direkt mal gleich festhalten, dass ich ihn dafür nicht verurteile, was in ihm vorgeht.
Er ist sehr lange schon mit ihr zusammen. Länger als ich mit meinem Nochehemann. Die Konstellation bei mir ist ähnlich, nur dass mein NE weiß, dass ich nichts mehr romantisches für ihn empfinde. Und mit ihm habe ich ein Kind. Da kann keiner den anderen einfach rauswerfen, nur weil man nicht mehr zusammen sein will.

Es hat keiner dem anderen was wirklich schlimmes getan. Außer, dass ich jemanden habe, dem ich mich hingebe, und das sollte er natürlich nicht wissen. Ich muss genauso auf Zeit setzen, wie mein Herr. Bei ihm wäre der Rauswurf möglich und er hat aber durch die schwierige Situation in der Firma keine ausreichende finanzielle Stabilität und dazu kommt eben, wie gesagt, dass sie sich wohl grade mal wieder auf das besonnen hat, wie sie war, als er sie kennen lernte. (Das habe ich am Mittwoch Abend dann noch erfahren)

Nur, dass ich jetzt noch davon abhängig bin, und nur hoffen und beten kann, dass das nur ein nostalgischer vorübergehender Anflug ist und er nicht wieder zu ihr gänzlich zurückfindet. Was schlimmeres könnte er mir nämlich kaum antun. Und ehrlich gesagt, hoffe und baue ich drauf, dass ihr Interesse, das sie auf einmal doch hat, so dass sie es versuchen will, mit dem ersten wirklich sadistischen Zug von ihm wieder schwindet.
Klar kämpft sie um ihn. Er ist ein toller Kerl. Aber sie weiß noch nichtmal ansatzweise, wie heftig er sein kann. Und diese Zeit, bis sie es herausfindet, bis es den ersten Ärger gibt und sie alles wieder verteufelt...die Zeit spielt für mich. 

Und ich würde heucheln, würde ich behaupten, dass ich es ihm wünsche, dass es nicht passiert.
Das zu lesen, wird ihn wahrscheinlich genauso schlucken lassen, wie alle anderen Leser, die so einer Einstellung kritisch gegenüber stehen.

Aber ich habe VERDAMMTNOCHMAL endlich den Mann kennengelernt, der so viel so tief in mir berührt und so viel aus mir herausholt, mit einem einzigen Blick, einem Wort, einen Griff, wie sonst keiner je zuvor und ich glaube auch nicht, dass es je wieder einer könnte. 

Deshalb werde ich, solange ich die Möglichkeit habe, um diesen Mann kämpfen.